Auf dem Weg ins Fahrradies

Auf dem Weg ins Fahrradies

17.06.2015

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie die Niederlande im Allgemeinen und Amsterdam im Besonderen zum gelobten Land der Fahrradfahrer wurden? Klar, bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war man in dem flachen Land viel Rad gefahren, und als die Niederlande im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit dem Deutschen Reich von einem britischen Öl-Embargo betroffen waren, stieg die Fahrradnutzung weiterhin – und fiel nach dem Krieg kaum ab. Doch der Motorisierungswahn zur Mitte des 20. Jahrhunderts machte auch vor den Niederlanden nicht halt. Wie ein Artikel im britischen „Guardian“ berichtet, sank die Amsterdamer Fahrradnutzung in dem Zeitraum um die Hälfte, als die Stadt autogerecht umgestaltet wurde. 

Gut, dass Amsterdam ein Zentrum der alternativen Lebenskultur und des zivilen Ungehorsams war. Denn viele Bürger empörten sich über die Zerstörung ihres Lebensraumes zugunsten des oft todbringenden Kraftverkehrs. Wie in Deutschland auch, war die Zahl der Verkehrstoten Anfang der 70er auf einem ungeahnt hohen Stand: knapp 3.200 im Jahr 1971, darunter über 400 Kinder. Inzwischen sterben etwa 600 Menschen pro Jahr auf den Straßen des Landes, womit die Zahl der Verkehrstoten auf die Gesamtbevölkerung bezogen um fast ein Drittel niedriger ausfällt als in Deutschland. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass im Jahr 2012 jeder dritte Verkehrstote in den Niederlanden ein Radfahrer war, in Deutschland nur jeder neunte. Ganz so fahrra- beziehunsgweise paradiesisch sind die Zustände in unserem fortschrittlichen Nachbarland also doch nicht ...

 

 
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